Nachgedacht

Nachgedacht – Gedanken und Andachten

Liebe Leser,

im Sommer vor zwei Jahren fuhr ich mit meinem Fahrrad zum Bäcker. Ich wollte uns für die Kaffeezeit ein paar Stückchen holen. Weil es schnell gehen sollte, zog ich keinen Fahrradhelm auf. Als ich beim Bäcker auf den Bürgersteig fahren wollte, rutschte mein Vorderrad von der Bordsteinkante ab und ich stürzte vorne über den Lenker und schlug mit dem Kopf auf. Es tat fürchterlich weh. Doch mein Gedanke war: „Hoffentlich hat mich keiner gesehen.“ Es wäre mir sehr peinlich gewesen, bei dem Sturz gesehen zu werden. 

Sehen und gesehen werden, ob es uns willkommen ist oder eher peinlich, hängt oft von der Situation ab.

Du bist ein Gott, der mich  sieht (1. Mose 16,13). So lautet die Jahreslosung für 2023. Dabei sind mir drei Gedanken wichtig. 

1. Ein Gott, der sieht, hat an dir persönlich Interesse

Da sitzt Hagar, die von ihrer Herrin buchstäblich in die Wüste geschickt wurde, und weiß nicht mehr ein noch aus. Doch Gott ist diese Situation nicht egal, er kümmert sich um die verstoßene Frau, auch in dem Wissen, dass sie nicht ganz unschuldig daran ist. Wie deutlich sehen wir, dass Gott Interesse für unsere Situationen hat. Was auch immer in diesem Jahr in deinem Leben geschehen wird, Gott ist daran interessiert. Deshalb sprich mit ihm darüber.

2. Ein Gott, der sieht, hat den Durchblick

Vielleicht dachte Hagar, als sie dort an der Wasserquelle saß, über ihr Leben nach. Was könnte ihr alles zustoßen, wenn sie sich alleine auf den Weg macht? Und wohin sollte sie überhaupt gehen? Vor ihr war steiniger harter Boden, vielleicht ein paar unüberwindbare Berge. Und doch hatte Gott in der Situation von Hagar genau den Durchblick. Er gibt ihr eine Sicht auf seine Lösung. Kennst du solche Wüstensituationen? Du steckst in einer Sache fest und siehst keinen Ausweg mehr? Vertraue Gott, dass er einen Ausweg kennt. Er hat den Durchblick und kann dir seine Lösung zeigen. In Psalm 32,7 verspricht der HERR, dass er dich mit seinen Augen leiten will. 

3. Ein Gott, der sieht, sieht in dein Herz

Es ist interessant, wenn wir den Text anschauen, dann stellt der Engel des Herrn nur eine Frage: „Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her und wo willst du hin?“

Und Hagar sagt hier nur, dass sie von ihrer Herrin geflohen ist. Sie beklagt sich nicht und schüttet nicht ihr Herz aus. Und doch geht der Engel des Herrn ganz auf ihre Situation ein, weil er genau weiß, was da drinnen das Herz so schwer macht. Weil Gott auch in dein Herz hineinschaut, brauchst du dich weder zu verstellen noch zu verstecken. 

Gott segne dich

Manfred Fleischer