Nachgedacht

Auf ein Wort

Ein Vater erzählte: „Kürzlich bat ich meine kleine Tochter, den Bürgermeister freundlich zu grüßen. Daraufhin fragte sie mich: ‚Spielt er dann mit mir? Hält er mich, wenn ich die Rutschbahn runterrutsche?‘ Das wollte sie unbedingt wissen. Denn interessant für sie sind Menschen, die mit ihr spielen und sich ihr zuwenden. Ich sagte ihr, dass der Bürgermeister wohl anderes zu tun hätte, als mit ihr zu spielen. Das begriff sie – und sie grüßte ihn nicht!“

 

Soweit das Erlebnis. Der Vater reflektierte das Verhalten seiner Tochter und kam zu folgendem Ergebnis: Seine Tochter realisierte, dass sie bei dem Bürgermeister keine Hilfe erwarten konnte. Ihre Konsequenz aus dieser Tatsache war: Warum sollte sie sich ihm zuwenden, wenn er es nicht bei ihr tat? Das war gut nachvollziehbar.

 

In Psalm 146,3 spricht der Psalmbeter Ähnliches aus, wenn er sagt: „Verlasst euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.“ Oder im Sinne des vorgenannten Erlebnisses: „Vertraut nicht auf vornehme Menschen, bei denen keine Hilfe zu erwarten ist!“

 

Für Hilfesuchende sind Vornehme, Fürsten oder die so genannten „Herren dieser Welt“ oftmals nicht die richtige Adresse. Der Psalmbeter macht das deutlich und unausgesprochen stellt er damit die Frage, von wem denn Hilfe erwartet, auf wen die Hoffnungen gesetzt und wem Vertrauen entgegengebracht werden kann.

 

Darüber hinaus kann dieser Bibelvers auch eine Mahnung sein, nicht zu schnell die eigene Verantwortung auf andere abzuschieben. Wer zu schnell Hilfe bei anderen (Regierung, Wirtschaft, Schule, etc.) sucht oder sie von ihnen verlangt, macht es sich oft zu einfach. Menschen haben ihre Grenzen und sind nicht die vielfach versprochenen „Heilsbringer“.

 

Hilfe kann letztlich nur der Eine geben, der sich als Anlaufstation von jeher anbot und weiterhin anbietet. Gott hat ein Ohr für die Hilfeschreie seiner Menschen und will sie – innerlich, äußerlich oder beides – aufrichten, wenn es notwendig ist.

 

Daher auch die Frage an Dich: Auf wen verlässt Du Dich in deinem Leben? Die Nähe zu den Vornehmen und Einflussreichen dieser Welt und deren Bekanntschaft kann Dir sicherlich den einen oder anderen Vorteil bringen – keine Frage. Aber letztlich wirkliche Hilfe, die überdauert und ans Ziel bringt, werden sie nicht geben können, weil sie dazu nicht in der Lage sind.

 

Das finden wir letztlich wirklich nur bei Gott. Und so sagt der Psalmbeter weiter: „Glücklich ist, wer den Gott Jakobs zum Helfer hat und seine Hoffnung auf ihn setzt!“ (Vers 5).

 

Seine Hilfe und die Hoffnung auf IHN wird tragen – sowohl in diesem Leben als auch über dieses Leben hinaus.

 

Wohl denen, die das so sagen können, es erleben und davon anderen weitersagen, damit Gottes Hilfe und die Hoffnung auf IHN auch für andere erfahrbar werden.

 Herzlichst Euer