Nachgedacht

Nachgedacht – Gedanken und Andachten

Na dann, gute Nacht!

Kennt ihr diesen Ausspruch?

Den hören oder sagen wir dann, wenn wir nicht wissen, wie es weiter geht. Wenn die Wege immer enger und äußere oder innere Nöte größer werden. „Na dann, gute Nacht!“ oder anders ausgedrückt: „Es kann nur noch schlimmer kommen. Das Licht geht aus!“

Viele blicken mit sorgenvoller Stimmung in die Zeit, die wir erleben. Manche Fragen werden laut, auf die es noch keine Antworten gibt und die die Sorgenfalten größer werden lassen. Oft ist es freilich aber so, dass die Ängste und Sorgen. die uns umtreiben, unklar und nicht zu greifen sind. Vieles schwirrt uns dann durch den Kopf, ohne dass wir es wirklich benennen oder gar ordnen können. Manchmal kommt es dann auch vor, dass uns diese Gedanken den Schlaf rauben.

Wobei zu sagen ist: Das gab es zu allen Zeiten und wird es auch zukünftig geben. Was nicht heißt, dass alles nicht so schlimm ist. Dennoch: Der sorgenvolle Blick in die Zukunft ist nicht erst in unseren Tagen entstanden und zog manche schlaflose Nacht nach sich. Und dagegen gibt es auch kein „All-Heil-Mittel“.

David, der alttestamentliche König Israels, kannte das auch. Nicht nur die weltpolitische Lage, sondern auch die eigene war oftmals nicht gerade rosig. Und in einer solchen Zeit wendet David sich an Gott selbst und schreibt die Worte nieder, die in Psalm 4 zu lesen sind.

Am Ende kommt er zu dem Schluss: „In Frieden leg ich mich nieder und schlafe ein; denn du allein, Herr, lässt mich sorglos ruhen“ (Psalm 4,9).

Mit anderen Worten: Es gibt eine Adresse – so David –, bei der all das Platz hat, was mich beschäftigt: Gutes und weniger Gutes, was mich fröhlich sein lässt, und auch eben das, was mir Sorgen bereitet.

„Sorglos ruhen können“ trotz unveränderter äußerer Lage ist ein Geschenk und eine Gabe Gottes und nichts, was ich machen kann. Und sie ist nicht zu verwechseln mit einer Lässigkeit angesichts dessen, was wir erleben.

Da, wo wir die Gegenwart Gottes suchen, uns ihm öffnen und zulassen, dass er uns das sagt, was wir hören müssen, da können wir anders in die Nacht und in den Tag gehen.

Und so bekommt die eingangs zitierte Redewendung einen völlig anderen, positiven Klang. Die Welt entgleitet nicht den Händen Gottes, er gibt Acht und wird führen und leiten. Wohl denen, die in diesem Bewusstsein und Vertrauen abends sagen können: „Na dann, gute Nacht!“

Herzlichst Euer

Christoph Henss